Topflappen

Es ist mittlerweile einige Wochen her, das mich eine ganz liebe E-Mail erreichte. Die nette Frau suchte nach Topflappen in Form einer Kuh als Geschenk für ihre Freundin. Es ist schon sehr, sehr lange her das ich Topflappen gehäkelt habe. Eine Nachfrage nach Topflappen war nicht existent. Ich hatte ganz vergessen wie Zeitaufwendig so ein Zählmuster ist.

Topflappen: Das ist fü die meisten Neueinsteiger in Sachen Häkeln eines der ersten Dinge die man lernt. Für Topflappen häkelt man im grunde nur feste Maschen. Feste Maschen ergeben das festeste Maschenbild und so verbrennt man sich nicht so leicht die Finger.

Auch ich hab als allererstes Stück einen Topflappen gehäkelt.Ich muss damals 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein. Meine Oma hat dieses unförmige Stück Jahrelang in Ehren gehalten. Heute existiert es nicht mehr.

Aber zurück zum Thema. Kuhtopflappen.


Ich wußte das sich unter meinen vielen Häkelzeitschriften, Häkelheften und Häkelbüchern auf jedenfall ein oder zwei Anleitungen für Topflappen in Kuhform versteckt haben müssen. Als erstes hab ich mir die Hefte für Topflappen vorgenommen. Ich brauchte auch gar nicht lange suchen, und schon vielen mir diese beiden Hefte mit den Anleitungen in die Hand. 


Zwei lustige Kühe. Zählmuster. Zählmuster mag ich nicht wirklich. Man muss genau aufpassen beim häkeln. Man darf sich nicht ablenken lassen, sonnst weiß man nicht wo man die letzte Masche gesetzt hat. Und Ablenkungen gibt es in meinen Haushalt jede Menge. Da sind meine 3 Kinder die noch zu hause wohnen und immer was auf dem Herzen haben. Mein lieber Mann und die Katze.


Mein lieber Mann hat mir das Zählmuster vergrößert und ausgedruckt. Auf diesem Zettel kann ich mir markieren wo ich gerade welche Maschen gehäkelt habe


So sieht die Kopie am Ende aus.

Zuerst markiere ich mir wo mein Anfangsfaden hängt. So weiß ich immer welches die richtige Seite meiner Arbeit ist.

Und dann wird Reihe für Reihe, Farbwechsel für Farbwechsel, abgestrichen. Das bedeutet aber auch das ich bei jedem kleinen Strich die Arbeit kurz aus der Hand legen muss. Ist nicht schwierig, dauert aber länger. Um nicht für jeden Topflappen eine neue Kopie vollzuschmieren, benutze ich für den ersten Topflappen immer einen Bleistift zum abstreichen. Für den zweiten dann einen Fineliner. Der liegt gleich offen in Reichweite.


Die Anleitung verlangt hier nach Coats Lyric 8/8. Ein 8-fädiges Baumwollgarn. Aber wie das so ist, gerade das hab ich nicht auf Lager. Es muss doch aber auch mit Cotton Fun funktioniern. Die Cotton Fun ist aber nur 5-fädig. Ich nehme das einfach doppelt und nutze eine keinere Nadelstärke. Nadelstärke 4 habe ich verwendet.

Aber ich habe nicht bedacht dass, wenn ich das Garn doppelt nehme, ich mit so vielen Fäden gleichzeitig arbeiten muss. Ich nehme den Faden nicht mit. Der mitgenommene Faden mogelt sich doch immer wieder an die Oberfläche und dann sieht man den, wo man ihn gar nicht sehen soll.

So kommt es das ich zeitweise bis zu 14 Fäden von meiner Arbeit hängen hatte.


Diese 14 Fäden machen das Häkeln nicht leicht. Ganz schnell entsteht ein heilloses durcheinander, oder wie der Lausitzer sagt Wirwar.

Zum Glück kann man die Fäden die man nicht länger benötigt, dann auch wieder abschneiden und auf das Knäul zurück wickeln.


Endlich ist der erste Schritt geschafft. Jetzt heiße es Fäden vernähen. Oh ja, Fäden vernähen..... das mache ich gar nicht gerne. Aber was muss, das muss. Und ich habs auch geschafft.


Kann man hier erkennen das es zwei unterschiedlich große Augen sind?

Das rechte ist etwas kleiner. Ich hab mich für die Variante links entschieden. In der Anleitung heißt es man soll die Augen darauf sticken. Ich bin nicht so begabt im Sticken. Ich häkel lieber so viel wie möglich und sticke nur wenns sein muss.

Oh ja, Augenbrauen und Mund muss ich ja dennoch sticken. Und das ist für mich auch wieder so zeitaufwendig. 


Aber wie man sieht, auch das hab ich geschafft. Nicht ganz perfekt. Aber wer will bei Handarbeit etwas 100% Perfektes? Da kann ich es mir doch auch im Laden kaufen, maschinell hergestellt. Maschinen machen keine Fehler, Menschen schon.


Jetzt nur noch mit dem Bügeleisen in Form bringen. Ich hab ein ganz modernes Bügeleisen. Aber den Dampf nutze ich meist nicht. Mir gefällt nicht wie das Eisen die Oberfläche der Maschen verändert. Dazu kommt das durch den Dampf das fertige Stück durchfeuchtet wird. Ich mach das so wie Oma. Ein feuchtes Dünnes geschirrtuch über das zu bügelnde Stück gelegt, und das Bügeleisen richtig aufgeheizt. Und dann fix. Nur nicht zu lange bügeln, sonnst wird der Topflappen zu feucht und die Oberfläche der Maschen verändert sich.

 

Ist euch aufgefallen das ich gar kein Bügelbrett habe?


Das Ergebnis kann sich sehen lassen, Oder?

 

In der Anleitung steht das die Topflappen 20x25cm groß werden.

Ihr erinnert euch? ich hab 10-fädig gehäkelt, statt 8-fädig. Diese Topflappen sind riesig geworden. 30x35cm.

Ich persönlich finde das super.


Diese Topflappen sind so groß das auch ein großer Topf gut darauf passt.

 

Diese Topflappen sind so groß das auch mein Mann sich nicht die Finger verbrennt.

 

Diese Topflappen kann man einmal zusammenlegen damit sie noch dicker sind, und sie sind immernoch groß genug.


Und das wahrscheinlich beste:

 

Diese Topflappen kann man sogar als Platzset verwenden. Hier als Garnitur für einen Mittagstisch. Aber zum frühstück sicher noch eine viel witzigere Idee.

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Kommentare: 1
  • #1

    Papierkuss - Sylke Salomon (Montag, 02 Dezember 2013 19:25)

    Liebe Peggy,
    was für ein Klasse Beitrag, schon vom 22. Okt leider erst heute von mir entdeckt.
    Ich hätte ja auch noch eine Idee für deine Kühe beizusteuern - ich persönlich bin nämlich eigentlich kein Topflappenfan, wenn es ums "benutzen" der hübschen Teile geht - seit vielen Jahren gibts in meiner Küche nur noch "Topfhandschuhe", leider gefallen sie mir selten und immer wieder hab ich sehnsüchtig an die schicken gehäkelten Topflappen gedacht, die mir meine geliebte Omi früher immer von ihren Rentnernachmittagen voller Freude mitbrachte... Bei deinen Kühen dachte ich sofort daran, die müssten genial dafür sein, sie zu Handschuhen umzufunktionieren indem man einfach zwei gegeneinander näht und sie vielleicht noch mit Flies und Stoff aufpolstert, indem frau es vorher "dagegenbügelt" - also wenn die Teile dann irgendwann von deiner Frau W aus Z bei mir eintrudeln, werd ich dir dann hoffentlich vorführen können, was ich mir ausgedacht habe, ick freu ma schon :) Liebe Grüße von deiner Bullette Sylke