Neue Lieblingswolle

Als ich im Frühling die Baya zu ersten Mal in den Händen hielt, wusste ich sofort das das eine Tolle Wolle ist.

Ein wunderbarer, überraschender Farbverlauf, war das erste was mir auffiel.

Ein etwas rustikal anmutender Faden, der nicht immer 100% gleich Dick ist. 

Die Wolle hat einen Wollanteil von 53%, Polyacryl ist mit 47% vertreten.

Die Wolle ist nicht zu weich und nicht zu flauchig, alles andere als glatt. Der Faden ist im Gegensatz zu anderen Garnen nur wenig versponnen, was der Wolle einen rustikalen Eindruck gibt.

Ich musste diese Wolle sofort ausprobieren.

Zur Probe entstand das Stück grüner Rapunzelschal.

Und OHHHH, die Wolle lässt sich so herrlich verarbeiten. Sie läuft wie von selbst durch die Finger auf die Nadel. Maschen entstehen rasant, eine nach der anderen. Die empfohlene Nadelstärke ist 5 - 6. Ich habe immer die Nadelstärke 6 gewählt.

Die Einstichstellen sind gut sichtbar, die Wolle teilt sich absolut nicht beim Häkeln. Blind kann ich Reihe für Reihe in Null komma nichts entstehen lassen.

Ich musste die Baya einfach noch mehr verarbeiten.

Die Eulenmützen hüpften ganz schnell von der Nadel.

Ein paar Monate, im Sommer hab ich der Baya eine Pause gegönnt. Dann hat es wieder gejuckt. Diesmal hab ich mich für das wunderschöne Türkis entschieden. Handstulpen sind ein tolles Projekt um Wolle zu testen. Diese hier haben einen falschen Zopf. Der Farbverlauf kommt richtig toll zur Geltung.

Am Herst mag ich die vieln Farben, vor allem die Rottöne haben es mir angetan. Es ist schon recht wundersam wie die Natur ein schnödes Grün über Nacht in ein strahlendes Rot verwandeln kann.

Die schönsten Rottöne sind die Beerentöne. Die Farbe Elegantine vereint soo viele davon das ich mir daraus unbedingt etwas häkeln musste. Nur was??

Es sollte etwas größeres werden, soviel war klar, denn die Farbe sollte nicht nur Akzente setzen sondern im Vordergrund stehen.

Wie gut das mir mein Mann die Simply häkeln abboniert hat. im der Ausgabe 4/2014, vom September, wurde ich fündig.

Ein Häkelmantel, ein einfaches aber doch ungewöhnliches Muster. Ein einfacher, aber doch zauberhafter Schnitt.

Und ein großes Problem. Ich habe noch nie zuvor ein Kleidungsstück bis zum Ende selbst fertig gehäkelt.

Sollte ich mich trauen? Nein lieber doch nicht. 

Also ein Anruf bei einer Freundin, machst du mir das? Ein lachen, und ein na klar doch kam vom anderen Ende der Leitung,

Also hab ich kurzerhand die Wolle für den Mantel Bestellt. Die Anleitung sagt 1150g. Ich wollten auf gar keinen Fall riskieren, nicht ausreichend Wolle zu haben und hab gleich 2 kg bestellt.

Als die Wolle dann hier in der Häkelscheune ankam war ich sofort ganz hibbelig. Mir juckte es dermaßen in den Fingern, ich wollte sofort anfangen die Jacke zu häkeln.

 

 

Ich hab meiner Freundin davon erzählt. Und Sie hat mich bestärkt doch einfach anzufangen. Wenn ich nicht weiterkäme würde sie einspringen und die Sache zu Ende bringen.

Noch am gleichen Abend hab ich die Jacke angenadelt. Und auch gleich die ersten 3 Knäul verarbeitet. 

Die Jacke ist so schnell gewachsen, kein Wunder bei einer Lauflänge von 90m pro 50g.

Es war so angenehm diese Wolle  zu verarbeiten, dass ich heute, 7 Tage nachdem ich angefangen habe, ganz traurig bin, das es vorbei ist. Ich habe es alleine geschaft, aber auch nur weil mir meine Freundin idiotensicher erklärt hat, wie ich die Ärmel an die Jacke krieg.

 

Und so ist an nur 6 Abenden aus meiner neuen Lieblingswolle meine neue Lieblingsjacke entstanden.

So kuschelig warm. So wunderschöne Rottöne. So bequem. So tolle Ärmel die man auch lang lassen kann wenn die Finger kalt werden.

So schick.

Ich bin mal richtig stolz das bis zum letzten Nadelstich allein geschafft zu haben.

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Kommentare: 1
  • #1

    Denise (Dienstag, 17 Februar 2015 13:32)

    Hallo! Ich hab auch gerade angefangen diese Jacke zu häkeln. Ich hab eigentlich Grösse xl aber die luftmaschenkette war irgendwie viel zu lang,so das ich jetzt nach Grösse s/m arbeite. War das bei dir auch so? Und war es sehr schwer die Ärmel einzunähen? Lg Denise